8Einleitung Lernpotenziale hat für einen wichtigen Bereich der zukünftigen Schulentwicklung sensibilisiert und Schritte zur Weiterentwicklung der Schule in diesem Bereich veranlasst Aussagen wie diese von Netzwerkteilnehmer inne n am Ende der ersten Phase des Projekts Lernpotenziale Indi viduell fördern im Gymnasium gaben Anlass die Perspek tive auf die Schulentwicklungsprozesse zu richten die bei der Einführung von Maßnahmen zur individuellen Förderung in Gang gesetzt werden Eine Lernkultur zu entwickeln in der die Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale entwickeln können ihre Lernprozesse selbstverantwortlich gestalten und Bildungserfolge erzielen diese Zielsetzungen werden unter anderem mit dem Begriff individuelle Förderung verbunden Im Projekt Lernpotenziale hat sich gezeigt dass diese Ziele nur angegangen werden können wenn alle schu lischen Akteure sich beteiligen Doch mit der Beteiligung ist das so eine Sache in vielen Einrichtungen nicht nur in Gymnasien gibt es Partizipationsbemühungen die häufig als zusätzliche Belastung empfunden werden mit Enttäu schung verbunden sind oder Frustration erzeugen In dieser Broschüre stellen 29 Lehrkräfte die an den Lernpotenziale Netzwerken teilgenommen haben ihre Er fahrungen mit schulischen Veränderungsprozessen bei der Einführung und Implementierung von Maßnahmen zur in dividuellen Förderung ihrer Schülerschaft dar Ausgehend von dem im Projekt entwickelten Prozesskreislauf der Pro jektentwicklung mit dem Leitziel der individuellen Förde rung fokussieren die Autorinnen und Autoren jeweils einen Schritt im Veränderungsprozess anhand der Erfahrungen in ihrer eigenen Schule Der Prozesskreislauf der die Gliederung der Broschüren kapitel vorgibt wird im ersten Leitartikel von Dr Holger Braune Netzwerkmoderator während der gesamten Pro jektlaufzeit und jetzt Schulleiter in einem theoretischen Rundgang erläutert und als inhaltliche Rahmung den wei teren Artikeln vorangestellt Der zweite Leitartikel von Marvin Müller tätig im SV Bil dungswerk und vor kurzem noch Schüler eines Gymnasiums zeichnet ein visionäres Bild einer partizipativen Schule Auch in diesem Artikel wird die Leserschaft auf einen Rund gang mitgenommen und begleitet eine Schülerin bei ihrem ersten Schultag an ihrer neuen Schule an dem sie auf viele Beispiele gelebter Partizipation stößt Erstes Kapitel Leitbild Transparent und verlässlich pädagogische Ziele vereinbaren Carmen Dreier von der Hildegardis Schule in Bochum be schreibt wie die drei Säulen des schulischen Leitbilds die auf der Namensgeberin der Schule Hildegard von Bingen beruhen heute die pädagogischen Konzepte und Ziele innerhalb der Schule prägen In einem langfristig angeleg ten Prozess wurden die schulprogrammatischen Projekte und Konzepte auf der Vorlage des traditionellen Leitbilds aktualisiert und damit die Grundlage für ein transparentes und partizipatives Schulleben gelegt Die Autorin die Mit glied des Koordinations Teams für individuelle Förderung in ihrer Schule ist zeigt exemplarisch anhand der Angebote in der Jahrgangsstufe 5 die wechselseitige Verknüpfung der Leitbild Entwicklung mit dem Aufbau des Förderkonzepts das im Rahmen der Teilnahme am Projekt Lernpotenziale implementiert und fortentwickelt wurde In dem Artikel von Irene Pullen vom St Joseph Gymnasium in Rheinbach wird die Einführung des bewertungsfreien Pro jektunterrichts in der Jahrgangsstufe 8 auf dem Hintergrund des christlich geprägten Menschenbilds der Schule beschrie ben Als staatlich anerkannte Ersatzschule in katholischer Trägerschaft wird das Leitbild einer ganzheitlichen För derung der Schülerinnen und Schüler wegweisend für ein Förderangebot das sich den zunehmenden zeitlichen und inhaltlichen Verdichtungen im Gymnasium entgegenstellt In der ersten Lernpotenziale Broschüre 2014 wurde die Umsetzung des Projektunterrichts bereits vorgestellt der aktuelle Artikel knüpft daran an und fokussiert den Entwick lungs und Implementierungsprozess der im Projektverlauf weitergeführt wurde Das Spannungsfeld zwischen den pädagogischen Leit Bil dern in den Köpfen der schulischen Akteure und den realen den Schulalltag häufig herausfordernden Rahmenbedingun gen verdeutlicht Dirk Gellesch von der Graf Engelbert Schu le in Bochum In seiner Funktion als Schulleiter beschreibt er konkret wie die schulischen Angebote zur individuellen Förderung einen Kreislauf darstellen dessen Elemente die Schülerinnen und Schüler zum Ausschöpfen ihrer individuel len Potenziale motivieren und ihnen den Lern und Bildungs erfolg am Gymnasium sichern soll Zweites Kapitel Beteiligung Gemeinsam Schule entwickeln Birgit Brockhöft vom Städtischen Gymnasium in Gummers bach berichtet in ihrem Artikel über die Umgestaltung des Lernbegleiters ein schulintern entwickeltes Lerntagebuch das den Schülerinnen und Schülern zum einen als Organi sationshilfe und zur Selbstkontrolle dienen soll und zum anderen zur Beobachtung von Lernfortschritten und als Grundlage für Lernentwicklungsgespräche eingesetzt wird Bei der Umgestaltung wurden die Schülerinnen und Schüler Lehrkräfte und Eltern aktiv zur Mitarbeit aufgefordert und intensiv in den Prozess miteingebunden Eva Ledwig und Anja Kroll beschreiben die ausgeprägte Be teiligungskultur der Lehrkräfte am Carl Fuhlrott Gymnasi um in Wuppertal Insgesamt absolvierten 23 Lehrkräfte eine

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