61 Kooperation am Gymnasium der Stadt Kerpen Zu Beginn unserer Projektentwicklung stellte sich die Frage Wie kann an einem Gymnasium mit ca 180 Lehrkräften mehr als 2100 Schülerinnen Schülern und deren Eltern ein solches Projekt das in die zentralen Strukturen einwirkt implementiert werden Um eine möglichst große Akzeptanz und Nachhaltigkeit zu erreichen war uns eine möglichst breite Beteiligung und Mitwirkung aller Akteure die von den Neuerungen betrof fen sein würden wichtig Wir profitierten dabei von unserer Schulleitung die eine partizipativ situative Mitwirkungs struktur an der Schule umsetzt So können sich Lehrkräfte je nach inhaltlicher Betroffenheit und Interesse an thema tischen Schulentwicklungsvorhaben beteiligen und in Gre mien und Arbeitsgruppen mitwirken So haben wir seit 2004 eine Schulentwicklungsgruppe SEG die Strömungen Ide en Wünsche oder Vorschläge die aus dem Kollegium kom men aufgreift weiterdenkt und moderierend begleitet Diese Gruppe wird sowohl vom Kollegium als auch von der Schulleitung als sehr wertvoll wahrgenommen Die Schul entwicklungsgruppe brachte in den vergangenen Jahren im mer wieder Impulse für Innovationen in die Schule so auch angeregt durch die neue Ausbildungs und Prüfungsord nung für die Sekundarstufe I APO S I für die Entwicklung des Lernpotenziale Projekts Wichtige Themen konnten in der Schulentwicklungsgruppe vordiskutiert werden dies erwies sich bei unserem großen Kollegium immer wieder als ungemein wichtig Der Weg zur gegenwärtigen Mitwirkungsstruktur am Gym nasium der Stadt Kerpen Neben der SEG etablierte sich seit 2014 erstmalig die Grup pe der Erweiterten Schulleitung welcher sämtliche Funk tionsstellenträgerinnen und träger angehören Alle zent ralen Bereiche von Schule organisatorisch und inhaltlich werden durch eine Studiendirektorin oder einen Studi endirektor koordiniert Es stellte sich heraus dass diese Gruppe eine Lenkungsfunktion gut ausfüllen kann da die Studiendirektor inn en die größte Einsicht in ihre Bereiche haben Es bestand ebenfalls Einigkeit darüber dass die Steu ergruppe allein die Vielzahl der anstehenden Themen nicht koordinieren beziehungsweise in Projektpaketen planen konnte Es wurde als sinnvoller erachtet themenspezifische Steuergruppen einzurichten die um der Namensverwir rung entgegenzuwirken Arbeitskreise genannt werden 4 3 Kooperation am Gymnasium Kerpen Lernzeitenkonzept etablieren Dirk Backhausen Dominik Kemper Gymnasium der Stadt Kerpen Europaschule Unsere Schule Leitbild Mit über 2100 Schülerinnen und Schülern gehört unser Gym nasium zu den größten in Nordrhein Westfalen In der Regel sind wir mindestens achtzügig wobei es neben bilingualen Klassen Englisch auch Halbtags und Ganztagsklassen gibt Eine Ganztagsschule sind wir bereits seit der Schulgrün dung im Jahre 1968 also seit nunmehr annähernd 50 Jah ren Schule begreifen wir nicht nur als Lern sondern auch als Lebensraum Der schulische Leitgedanke lautet deshalb entsprechend Gemeinsam lernen und leben grenzüber schreitend denken und handeln Unser Lernpotenziale Projekt Etablierung von Lernzeiten Anlässlich der Verkürzung der gymnasialen Schulzeit G8 haben wir unsere Konzepte für die Steuerung von Lernpro zessen überprüft Wir stellten fest dass unsere etablierten Lernarrangements und strukturen nicht mehr funktionier ten und Maßnahmen zur individuellen Förderung in zuneh mendem Maße gefordert waren Die Ergänzungsstunden die wir anders als bisher nutzen wollten sollten uns den nötigen Freiraum für mehr individuelle Förderung schaffen Unser primäres Ziel war es dabei Lernzeiten in die Stunden tafel der Schülerinnen und Schüler zu integrieren um so die häusliche Arbeit zu entlasten Unsere Teilnahme an der ersten Phase des Projekts Lernpo tenziale bot uns eine Arbeitsplattform die es uns ermög lichte unser Projekt sukzessive zu planen zu strukturieren und zu evaluieren Besonders die Netzwerkarbeit mit den anderen Schulen sowie die professionelle Unterstützung durch unsere Moderatorinnen waren hier hilfreich Unser anfänglich für unsere Verhältnisse noch recht klein an gelegtes Projekt lediglich die Jahrgangsstufe 8 und die Fä cher Mathematik und Deutsch waren beteiligt entwickelte sich dann mit der Verstetigung Lernpotenziale II sehr schnell weiter und nahm immer größere Dimensionen an Mit Be ginn des Schuljahres 2017 2018 ist das Projekt nun nahezu abgeschlossen und wird im folgenden Schuljahr die gesamte Sekundarstufe I berücksichtigen Sämtliche Ganztagsklassen haben dann mindestens einmal pro Woche eine 90 minütige Lernzeit die dazu dient die Aufgaben zu erledigen die vor her als Hausaufgaben angefallen sind Ein Kernanliegen ist es uns dabei die Schülerinnen und Schüler zu mehr Selbst ständigkeit zu erziehen und dazu mehr Verantwortung für den eigenen Lernerfolg zu übernehmen In den Lernzeiten werden Aufgaben der Kernfächer Deutsch Mathematik Englisch sowie Latein und Französisch bearbeitet

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