56 Entscheidung und Akzeptanz dieser Je stärker beides ge währleistet ist desto größer also besser wird das Ergeb nis ausfallen Ist einer der beiden Faktoren gleich null ist es auch das Endergebnis vgl Kasper H Scheer P 2011 S 84 Durch einen engen Austausch aller beteiligten Ak teursgruppen kann jedoch mit der Entwicklung eines klar strukturierten aber durchaus auch Freiräume gewährenden Lernzeitenkonzeptes die individuelle Förderung der Schüle rinnen und Schüler und zugleich die Abschaffung der Haus aufgaben gelingen Im Schuljahr 2016 17 wurde am Haranni Gymnasium schließ lich ein neues offeneres Konzept für die Lernzeiten in der Mittelstufe erarbeitet Einerseits um der Förderung der Selbstorganisation der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden und um andererseits die Möglichkeiten der individu ellen Förderung stärker zu forcieren Dieses Konzept ist ein Lernzeitenband aller Mittelstufenschülerinnen und schüler mit freier Raum und Lehrerwahl in vier Lernzeiten sowie der Möglichkeit zu fachspezifischer Förderung der Mitar beit an fächerübergreifenden Projekten bzw der Teilnahme an Wettbewerben Es wurde von der Schulgemeinschaft als Pilotprojekt für das Schuljahr 2017 18 eingeführt und soll zunächst ein Jahr lang erprobt werden um anschließend evaluiert und ggf modifiziert fest im Ganztagskonzept und erweitert auf die Jahrgänge 8 und 9 verankert zu werden Auch hier wird der enge Austausch vor allem zwischen Schulleitung Kollegium Schülerschaft und Eltern wieder der Schlüssel zum Erfolg sein denn nur im Gespräch kön nen Probleme benannt und so gemeinsam an konstruktiven Lösungen die von allen beteiligten Akteuren mitgetragen werden gearbeitet werden zusätzliches Übungsmaterial samt Lösungen Diese Ordner gab es in der Masterversion als Kopiervorlage im Lehrer zimmer und dann als weitere Exemplare für die jeweiligen Klassen Die Idee war dabei dass Kinder die in einer Lern zeit beispielsweise vorzeitig mit allen Aufgaben fertig sind oder solche die bei einem bestimmten Thema besonderen Übungsbedarf haben sich selbstständig mit zusätzlichem Material versorgen können Hintergedanke war dabei die Förderung des selbstständigen Lernens welches die Kinder bereits aus der Grundschule in Form von Lerntheken u Ä kennen In der Praxis zeigte sich jedoch schnell dass die Kinder diese Möglichkeit nur selten wahrnahmen da sie mit der Materialauswahl häufig überfordert und bereits hinrei chend mit Aufgaben versorgt waren Die Kolleginnen und Kollegen hingegen nutzten die Ordner als einen Fundus aus dem Aufgaben für die jeweilige Lernzeit ausgewählt wurden Für die Zukunft bleibt zu überlegen inwieweit die Zusammenstellung und Pflege dieser Ordner beibehal ten werden soll oder ob es andere Möglichkeiten gibt den Schülerinnen und Schülern mehr Freiraum zu bieten bzw sie individuell zu fördern Fazit und Ausblick Rückblickend kann festgestellt werden dass Kooperation mit allen Akteursgruppen die unerlässliche Basis für eine ge lungene Umsetzung des Lernzeitenkonzepts ist Wichtig ist hierbei dass einerseits klar ist wer eigentlich die zentralen Akteure sind In der Schule ist es selbstverständlich dass Schülerschaft und Kollegium an erster Stelle stehen Aber auch der Austausch und die Zusammenarbeit mit der Schul leitung welche ein solches Konzept idealerweise entspre chend fördert und Möglichkeiten zur Umsetzung einräumt sowie mit den Eltern die als Verstärker der kindlichen Pers pektive dienen können und wertvolle Rückmeldungen geben sowie natürlich aktiv am Erziehungs und Bildungsprozess ihrer Kinder beteiligt werden wollen und sollen sollten Be rücksichtigung finden Andererseits ist im Austausch mit die sen Akteuren entscheidend dass alle Beteiligten die gleiche Zielperspektive anvisieren Zur Ausschärfung dieser Zielperspektive hat sich am Haran ni Gymnasium gezeigt dass es sehr sinnvoll war an päd agogischen Tagen den Beteiligten die Möglichkeit zur Wei terarbeit zu geben Im hektischen Schulalltag ist oft nicht genügend Gelegenheit mit allen gemeinsam zu sprechen zu überlegen und Entscheidungen zu treffen die von allen gemeinsam auch getragen und dauerhaft umgesetzt wer den Die Sozialpsychologie definiert nicht von ungefähr die Effektivität einer Entscheidung als Produkt aus Qualität der 4 Kooperation Literatur Kasper H Scheer P 2011 Leadership und soziale Kompetenzen Wien

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