14 nahme und Fachunterricht bestehen Wiewohl eine trans parente Verantwortlichkeitsstruktur die pädagogische Ver arbeitung der Informationen zu weiten Teilen regelt muss auch bei ausgelagerten Fördermaßnahmen der Austausch zu seinem Recht kommen Seriöse individuelle Förderung ist wie auch immer organi siert untrennbar mit der Etablierung einer positiven Kon ferenz und Austauschkultur verbunden die sich u a durch Offenheit Kooperation und gesunden Pragmatismus mit klarer Zielorientierung auszeichnet Dies gilt für die Auf bau und Pilotphase des Schulentwicklungsprojekts ebenso wie für den späteren Regelbetrieb Die gelebte Konferenz und Austauschkultur einer Schule verrät übrigens mehr über ein System als ein Webauftritt ein Flyer oder ein wohlfor muliertes Leitbild Zwei Alternativfragen veranschaulichen dies Sieht die Stundenplanung ein Zeitfenster vor in dem die Verantwortlichen der individuellen Förderung ungestört und regelmäßig in einen Austausch treten können oder liegt die Verantwortung für Austausch eher in den Händen des Kollegen Zufall Sind in der Projektgruppe eher Befürwor ter des Vorhabens vereint oder wird ein diversitärer Ansatz verfolgt und seitens der Schulleitung unterstützt der auch Skeptikerinnen und Skeptikern Gehör schenkt Umsichtige Schulentwicklung verschränkt systeminterne mit systemübergreifender Kooperation Vom Standpunkt des Projekts Lernpotenziale Individuell fördern im Gymnasi um ist hier an erster Stelle auf Netzwerkarbeit hinzuweisen eines der effektivsten Werkzeuge für Schulentwicklung Im kritischen Diskurs mit anderen Schulen im Nachvollzug schon erfahrener Stolpersteine und Irrwege im Angesicht geglückter Lösungsstrategien lassen sich viele Anregungen für das eigene Schulentwicklungsprojekt gewinnen Dabei sollte der Gedankenaustausch im Vordergrund stehen Ins besondere der Dialog mit kompetenten Kolleginnen und Kol legen welche die eigene Schule nicht kennen verhilft zu Impulsen um bestehende Hindernisse zu überwinden oder elegant zu umgehen Selbstverständlich können erfolgrei che Projekte anderer Schulen als Modell dienen Allerdings lassen sich in den seltensten Fällen fremde Konzepte indivi dueller Förderung umstandslos auf die eigene Schule über tragen Gleiches gilt auch für die von vielen Kolleginnen und Kollegen geschätzten Materialbörsen Diesbezüglich sei an den im dritten Prozessschritt erwähnten Hinweis gemahnt dass eine Form hier das Material ohne ausreichenden kon zeptionellen Inhalt letztlich hohl bleibt Anzustreben ist daher eine kritische Materialschau in der verschiedene Pro dukte in Bezug auf die Passung zum Konzept hin diskutiert werden Dabei profitieren die Urheber der Materialien vom konstruktiven Feedback der Kolleginnen und Kollegen Letz tere wiederum erhalten durch die Materialschau Anregun gen für die eigene Arbeit am Projekt Ob systemintern oder systemübergreifend Austausch hilft beim Umgang mit Widerständen Austausch bietet einen Rahmen bei der Suche nach akzeptablen Lösungsansätzen Austausch schafft ein Forum erfolgreiche Prozessschritte zu präsentieren und zu würdigen Vor diesem Hintergrund ist es geradezu waghalsig Schulentwicklung vom stillen Käm merlein aus als Top down Prozess zu oktroyieren Ohnehin wäre es falsch von Schülerinnen und Schülern Kooperation zu erwarten sie selbst aber nicht zu praktizieren 5 Evaluation Wiederholt verwies ich in unserem Rund gang durch das Prozessmodell auf vor angegangene und nachfolgende Prozess schritte Dies rührt daher dass das Modell kein kausales Fließschema darstellt son dern die einzelnen Prozessschritte in ihrer Reihenfolge austauschbar sind Es mag bei Schulentwicklung an manchem mangeln Komplexitätsmangel besteht nie mals Auch unser Prozessmodell ist die verkürzte Folie eines gehörig komplexeren Vorgangs Der Vorteil dieser reduktio nistischen Darstellung besteht in ihrer Übersichtlichkeit die eine Zuspitzung zur Folge hat Bestimmte Punkte im Pro zesskreislauf können bei Bedarf übersprungen und einzelne Entwicklungsschritte als Schleife mehrfach durchschritten werden Letztgenannter Modus gilt besonders für den Pro zessschritt der Evaluation Vorweg Hier soll keinem Test Empirismus das Wort gespro chen werden Förderkonzepte die unreflektiert ein Diag nose Maßname Evaluation Mantra lobpreisen dringen nur begrenzt zu Ursachen von Lernschwierigkeiten vor Anders verhält es sich mit allen Formen der Evaluation die der Standortbestimmung dienen Sie helfen das Projekt in sei ner Entwicklung auf Kurs zu halten Der Besuch von Kursen in Methodenlehre und Statistik ist nicht notwendig Gleich wohl erweist sich Expertise in diesem Bereich als vorteil haft und ist in vielen Gymnasien vorhanden Gewichtiger aber ist in der Frühphase des Schulentwicklungsprozesses so präzise wie möglich das mit dem Projekt angestrebte Ziel zu definieren Dieses Ziel idealerweise untergliedert in Teilziele ist in einem nächsten Schritt an klar messbare und allgemein akzeptierte Parameter zu koppeln um diese anschließend wiederum auf einer Zeitachse als Meilensteine realistisch zu verorten Auf diese Weise entstehen Bench marks die jederzeit eine Standortbestimmung ermöglichen Entsprechend der so erworbenen Orientierung wird nach vollziehbar in wieweit die Projektgenese den gewünsch ten Verlauf nimmt Als Faustregel gilt Die Genauigkeit der Zielformulierung und der daran gekoppelten Parameter be stimmt die Genauigkeit der späteren Standortbestimmung Im Projekt Lernpotenziale haben die beteiligten Gymnasien I L B Q E K Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

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